alte Sge

 


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Badische Zeitung vom 24.09.2009

Badische Zeitung vom 02.12.2010

Badische Zeitung vom 03.12.2010

Badische Zeitung vom 03.12.2010

Badische Zeitung vom 24.09.2009
http://www.badische-zeitung.de/kirchzarten/es-gibt-doch-geld-fuer-die-alte-saege--19952335.html

Es gibt doch Geld für die alte Säge

Gemeinderat Kirchzarten beschließt Restaurierung der historischen Anlage – und Zarten bekommt ein neues Dorfzentrum

 

KIRCHZARTEN. Die historische Säge in Zarten wird nun doch aufwendig restauriert und zu einem Veranstaltungsraum für die Gemeinde und die Zartener Vereine ausgebaut. Um das Gebäude herum entsteht ein Platz, der sich in den kommenden Jahren zu einem Dorfzentrum entwickeln soll. Mit dieser Entscheidung des Gemeinderats Kirchzarten geht eine zweijährige Diskussion zu Ende, mit deren positiven Ausgang kaum noch jemand gerechnet hat.

Ein Wunder sei es, kommentierte Gemeinderat Franz Kromer und auch Bürgermeister Andreas Hall schloss sich dieser Meinung an: "Das hätte der Kühnste nicht zu träumen gewagt". Denn die Pläne, die in der Gemeinderatssitzung am Dienstag verabschiedet wurden, hätte aufgrund der schweren Haushaltslage noch vor Monaten kaum jemand für möglich gehalten.

Der nun beschlossene Antrag bedeutet für den Kirchzartener Ortsteil Zarten nicht weniger als die lang ersehnte Neugestaltung des Ortskerns. Neben der historischen Säge mit ihrem alten Wasserrad wird auch der Platz um sie herum künftig den Bürgern der Gemeinde zur Verfügung stehen. Ein Spielplatz wird wahrscheinlich darauf entstehen, erklärt Hall. Näheres würde die Gemeinde jedoch in den kommenden Wochen mit den Zartener Vereinen und Bürgern besprechen. Der Wunsch nach einem zentralen Ort für Versammlungen und Veranstaltungen war da, seit durch den Anbau an die Schule auch der letzte Treffpunkt und Veranstaltungsort wegfiel. Dementsprechend zufrieden ist Bernd Scherer, der Vorsitzende des Bürgervereins Zarten, nach dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderats. "Das ist ein echter Glücksfall für Zarten und wird sicher ein sehr beliebter Platz bei den Bürgern werden".

Eigentlich hatte man sich bereits damit abgefunden, dass durch die unmittelbaren Auswirkungen der Wirtschaftskrise in näherer Zukunft keine Gelder für die Sanierung des Gebäudes zur Verfügung stehen werden. Immer mehr verfiel die Säge, und zuletzt wurde das Gelände nur noch für die Ablagerung von Bauschutt durch die Gemeinde genutzt. Umso überraschender nun, dass sich unverhofft ein Fördertopf aus Stuttgart aufgetan hat. "Die Kosten für die Gesamtsanierung belaufen sich auf weniger als 600 000 Euro", betont Hall, wovon die Hälfte vom Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR) des Landes Baden-Württemberg übernommen werden.

Plötzlich tat sich eine neue Chance auf

Dieses Programm, das für die Sanierung historischer Gebäude in Ortskernen zur Verfügung steht, hat erst kürzlich seine Kriterien für die Vergabe der Fördergelder geändert und so der Gemeinde plötzlich den Zugang dazu ermöglicht. Denn bislang galt Zarten als zum Großraum Freiburg und damit eben nicht als zum ländlichen Raum zugehörig, was aber eine Grundvoraussetzung für den Antrag darstellte. Diese Vorschrift wurde nun etwas aufgeweicht und Zarten daher doch antragsberechtigt.

Eine Chance, die Hall schnell nutzte und in nur zwei Wochen zusammen mit dem Ingenieursbüro KommunalKonzept den Antrag fertig stellte.

Der positive Bescheid aus Stuttgart ließ nicht lange auf sich warten, so dass nun bereits das fertige Konzept der Sanierung dem Gemeinderat zur Abstimmung vorgelegt werden konnte. Danach soll sowohl die historische, durch Wasserkraft bewegte, wie auch die neuere, von einem Dieselmotor betriebene Klopfsäge komplett restauriert werden. Das Gebäude selbst, das um die 200 Personen aufnehmen kann, wird mit Glasfenstern versehen und für künftige Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Da die Baumaßnahmen aber Anfang 2011 bereits abgerechnet werden müssen, muss mit den Arbeiten zügig angefangen. "Wir müssen da die kommenden Monate richtig ranklotzen", betont Bürgermeister Hall. Auch die Vereine seien zur Mithilfe bereit, betont Scherer.

Dass die Säge und der neu entstehende Platz von den Bürgern positiv aufgenommen wird, steht für ihn außer Frage: "Die Säge ist ein echtes Kleinod, das wird sicher viele Familien und Kinder anziehen."

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Badische Zeitung vom 02.12.2010

http://www.badische-zeitung.de/kirchzarten/treffpunkt-fuer-buerger-und-vereine--38397464.html

Treffpunkt für Bürger und Vereine

Nach der Sanierung ist die "Alte Säge" in Zarten wieder ein historisches Schmuckstück / Am Wochenende großes Eröffnungsfest.

KIRCHZARTEN-ZARTEN. Mit der Sanierung der "Alten Säge" im Ortsteil Zarten ist ein kulturhistorisches Kleinod wieder zum Leben erweckt worden. In knapp bemessener Bauzeit ist es der Gemeinde Kirchzarten gelungen, den Vereinen in Zarten einen Ortsmittelpunkt zu erhalten, der im wahrsten Sinne des Wortes Raum gibt für vielfältige Bürgeraktivitäten.

Vor allem der Bürgerverein Zarten unter seinem Vorsitzenden Bernd Scherer ist stolz auf das gelungene Projekt. Am vergangenen Samstag gab es den letzten Arbeitseinsatz vor der Einweihung. Rund 30 Mitglieder des Bürgervereins hatten wiederum Hand angelegt, um das Werk zu vollenden. Es wurde geschippt und geschruppt. Sogar ein richtiger Weihnachtsbaum auf dem gepflasterten Vorplatz konnte aufgestellt werden. Er soll von den Zartener Grundschülern am Sonntagnachmittag geschmückt werden.

Bürgermeister Andreas Hall ist voll des Lobes über die tatkräftige Mithilfe der Zartener Vereine bei dem Projekt, das Dank des Zuschusses aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum des Landes Baden-Württemberg hälftig finanziert worden ist. Rund 600 000 Euro wurden insgesamt in die Renovierung der "Alten Säge" gesteckt, die Neugestaltung des Sägeplatzes eingeschlossen. Als sogenannter "Kaltraum" wird das Gebäude vor allem in der wärmeren Jahreszeit für die vielfältigen Aktivitäten und Veranstaltungen der Vereine genutzt werden können. Dass es sich in der "Alten Säge" im neuen Gewand gut feiern lässt, davon können sich die Bürger und Gäste der Gemeinde Kirchzarten schon am Wochenende überzeugen, den zur Eröffnung ist ein umfassendes Festprogramm erarbeitet worden.

Beginn ist am Freitag, 18 Uhr, mit einer "Zeitreise durch den Ortsteil". Die Gäste treffen sich dazu mit den Zartener Vereinen um 18 Uhr zunächst in der Scheune des Gasthauses "Bären", Bundesstraße 21. Gegen 19 Uhr wird die Veranstaltung dann in der "Alten Säge" fortgesetzt.

"Bure zum Alange" (Nikolaus König und Wolfgang Winterhalder) gibt es am Samstag, 4. Dezember, 20 Uhr, in der "Alten Säge". Die Gäste erwartet ein herzerfrischender Kabarettabend mit viel Klamauk und Musik.

Am Sonntag, 5. Dezember, laden die Zartener Vereine zum "Tag der offenen Säge" ein. Beginn ist um 10.45 Uhr mit musikalischen Beiträgen des Männergesangvereins, des Musikvereins Kirchzarten, der Jagdhornbläser Dreisamtal und der Flötenkinder. Pater Roman wird den neuen Bürger- und Vereinstreff um 11 Uhr segnen. Projektentwickler Willi Sutter übernimmt um 14 und 16 Uhr die Führungen durch das Gebäude. Die Besucher können sich bei der Ausstellung "100 Jahre Forstwirtschaft in Kirchzarten" über den heimischen Wald informieren.

Von 13 Uhr an finden auf dem Sägeplatz Einzel- und Gruppenvorführungen statt. Nach alter Tradition beschlagen Zimmermänner der Firma Rombach einen Baumstamm. Über die Dreisam wird eine Seilbrücke gespannt. Der Kappler Künstler Thomas Rees fertigt eigens für den Sägeplatz eine Holzskulptur. Um 16.30 Uhr schaut der Nikolaus auf dem Fest vorbei, das gegen 17.30 Uhr ausklingen wird.

 

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Badische Zeitung vom 03.12.2010

http://www.badische-zeitung.de/kirchzarten/neues-leben-in-der-alten-saege--38430291.html

Neues Leben in der alten Säge

Der Veranstaltungsraum in Zarten wird mit einem Festwochenende eröffnet.

 

Seit Mai dieses Jahres wurde in der alten Säge von Zarten entrümpelt, gehämmert und gewerkelt. Entstanden ist jetzt ein Kulturdenkmal in vielerlei Hinsicht: Ein saniertes Gebäude, das nicht nur eine historische Säge beherbergt, sondern gleichzeitig als Vereinsgebäude und Festsaal fungiert. Möglich wurde dieser Kraftakt auch durch fleißige Helfer des Bürgervereins. Die reibungslose Zusammenarbeit vieler regionaler Handwerksbetriebe tat ein Übriges, dass nun von Freitag, 3. Dezember, bis Sonntag, 5. Dezember, die Einweihung gefeiert werden kann.

Das Besondere an der Zartener Säge ist, dass die neuere, diesel- betriebene Gattersäge die historische, wasserbetriebene Einblatt-Hochgangsäge überbaut. Das Denkmalamt war deshalb der Ansicht, dass diese Fortschreibung der Sägetechnik einzigartig sei und stufte die Zartener Säge als kleines Industriedenkmal ein.

"Man feiert in der Säge und erlebt das Kulturdenkmal dadurch natürlich auch in einem ganz anderen Rahmen. Das ist das Besondere", erklärt Projektleiter Willi Sutter, der den Festraum direkt in den Sägeraum integriert hat. Eröffnet wird das Festwochenende heute durch die Gemeinde Kirchzarten und den Bürgerverein Zarten mit einer Einweihung für geladene Gäste. Am Samstagabend werden ab 20 Uhr vor bereits ausverkauftem Haus die "Bure zum Alange" mit Kabarett und Musik die alte Säge auf ihre Weise einweihen. Die breite Öffentlichkeit ist am Tag der offenen Säge am Sonntag ab 10.45 Uhr zum Feiern eingeladen. Für den musikalischen Rahmen sorgen Zartener Vereine, und Interessierte können am Nachmittag an der Führung durch die Säge teilnehmen. Viele weitere Aktivitäten, Einzel- und Gruppenvorführungen runden das Angebot ab. Unter anderem wird Thomas Rees eigens für den Sägeplatz eine Holz-Skulptur erstellen. Nachdem sogar der Nikolaus die alte Säge besucht hat, endet das Festwochenende um 17.30 Uhr.

 

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Badische Zeitung vom 03.12.2010

http://www.badische-zeitung.de/waldreichtum-bescherte-der-saege-gute-auslastung

Waldreichtum bescherte der Säge gute Auslastung

Alte Säge Zarten mit Säger Alois Pfister (links). Er verunglückte tödlich bei der
Arbeit. Rechts im Bild: Lehrer Ostertag. Foto: Archiv Albert Pfändler


KIRCHZARTEN. Lange Zeit stand ein Fragezeichen hinter dem Erhalt der Alten Säge am Zartener Mühlenbach. Am Wochenende beginnt ein neues Kapitel ihrer Geschichte. Drei Einheimische trafen sich im Vorfeld der heutigen Eröffnungsfeier zu einem Gespräch: Franz Asal, Albert Pfändler und Klaus Baltins. 27 Jahre arbeite Pfändlers Vater auf der Säge, sein Sohn Albert knapp vier; Klaus Baltins erlernte dort 1981 das Handwerk, 1995 sägte er den letzten Stamm.

Auf der Suche nach Informationen zur St. Johanneskapelle Zarten stieß Franz Asal zufällig im Stadtarchiv Freiburg auf die "erste urkundliche Erwähnung zur Errichtung der Säge am Mühlenbach vom 22. Dezember 1798". Oskar Steinhart, Mitglied des heimatgeschichtlichen Arbeitskreises Stegen, übersetzte es in heutiges Deutsch. Wie Franz Asal berichtet, unterstand Zarten der damaligen Herrschaft der Habsburger. Verwaltungssitz im Dreisamtal war die Talvogtei (Kirchzarten) – und Zarten mit Attental eine ihrer Untervogteien.

Andreas Ruh, Vogt in Zarten, sandte "einen (Bau-)Antrag an den wohllöblichen Magistrat der Stadt Freiburg zur Errichtung einer Säge am Mühlenbach unterhalb der ,Oberen Mühle’ auf dem Eigentumsgelände der Untervogtei Zarten auf eigene Kosten". Begründung: "Es wird sehr viel Holz (für Bauzwecke) benötigt. Die Sägebäume (Sägböcke) müssen zum Sägen nach Kirchzarten, Ebnet und Stegen, also teilweise in andere Herrschaftsgebiete gefahren werden. Jahresbedarf mindestens 60 Sägklötze (Stämme). Hinweis auch, dass durch den Bau der Säge niemand benachteiligt wird. Die bisherigen Mühlenbesitzer sind einverstanden."


Der Anforderung des Magistratsrates nach einem Bauriss (Bauzeichnung) und Baubeschreibung am 7. Januar 1799, folgte die Einreichung der von Baumeister Leonhardt Wippert ausdrücklich bestätigten Unterlagen. Mit dem Hinweis, die Sägemühle "auf Gemeindegut zu errichten, das von allen Seiten von Gemeindegut umgeben ist". Anfang Februar 1799 forderte das Talvogteiamt Kirchzarten, vor Ort "die Anrainer und auch etwa sonst interessierte Werkbesitzer einzuladen, die sich zur wasserrechtlichen Genehmigung und zum Baugesuch äußern können". Schließlich erfolgte der Bau "einer ausschließlich durch das Wasserrad betriebenen Hochgangsäge mit einem Sägblatt" unter Überwachung des Talvogteiamtes.

Am 19. März 1897 gründete sich eine sogenannte "Runzgenossenschaft". Ihre Mitglieder waren berechtigt zum Betrieb der unterschiedlichen Mühlen und Nutzung des Wassers für zeitweise Bewässerung der Wiesengrundstücke. Die Unterhaltspflicht der Mitglieder in und um Zarten betraf Wehre, Stellfallen, Schleusen und Gräben des "Mühlenbach" genannten Dorfbaches. Der Umfang von Rechten, Pflichten und Stimmrecht richtete sich nach der Größe der Mühlen und der Grundstücke. Daraus ließ sich auch die Leistungsfähigkeit der vier Mühlen ablesen: Acht Pferdestärken betrug sie bei den Getreidemühlen des Benzenhofes, 14 für die Sägemühle der Vogtei, drei für die Ölmühle der Zehntscheuer der Johanniter und fünf ür die Getreidemühle beim Jautzenhof (Untere Mühle).

Aus ihrer Sägerpraxis erzählten Albert Pfändler und Klaus Baltins; Albert Pfändlers Vater Alois sägte dort von 1920 bis 1947 Jahre, Sohn Albert von 1950 bis 1953. Klaus Baltins ist der letzte Säger. 1981 bis 2005 stand er im Lohnschnitt an der früheren Einblatt- und späteren Mehrblatt-Hochgangsäge auf Gemeindegrund. Wie der Großteil des Zartener Nachwuchses zog auf der großzügigen Fläche am Dorfbach auch ihn das große Wasserrad als – gefährlicher - Spielplatz an, "wir sind im Bach durch seine Speichen gesprungen, manchmal wurde es ganz schön eng..."

Zu sägen gab es dank Waldreichtums im Zuständigkeitsbereich viel. Gebrauch davon machten allein in Zarten 27 große Landwirtschaften, 52 in Kirchzarten, dazu kamen Stegen, Ober- und Unterbirken und Ebnet. "Vier Festmeter pro Tag war viel", herrschte Einigkeit unter den Zeitzeugen. Gemessen am Bedarf für ein Einfamilienhaus von 30 bis 35 Festmeter errechnet sich leicht der Zeitaufwand. Mit Spitzenwerten von rund 200 Festmeter zum Aufbau des heutigen Hansmüllerhofes in Stegen-Rechtenbach und 320 Festmeter für den Zartener Rösslehof handelte es sich um die großen Projekte. Und da gerade Zarten durch die Übergabe der Höfe an die Nachfolger als "geschlossenes Hofgut" mit stattlichen Höfen gesegnet war, gab es damals genug für die Säger zu tun. Die Zartener Säge befand sich immer in Gemeindebesitz, das kommt ihr bis heute zugute.